Frankfurt und seine Türme I

Bild und Text Zalewski-Eckert / Weteschnik

Skyline Frankfurt mit Beschriftung
Skyline Frankfurt
Mousonturm Frankfurt
Frankfurts erstes Hochhaus

Das erste Frankfurter Hochhaus war der Mousonturm aus dem Jahr 1926 – sähe man den einst bewohnten Eschenheimer Turm nicht bereits als solches an.

Wolkenkratzer, wie sie heute die Frankfurter Skyline bestimmen, gibt es erst seit den 1970er Jahren. Als Bonn 1949, entgegen aller Frankfurter Hoffnung und Planung, deutsche Hauptstadt wurde, blieb zum Glück die Deutsche Bundesbank (damals noch »Bank deutscher Länder«) in der Mainmetropole. Andere Banken folgten, soweit sie nicht schon ansässig waren, so auch die Europäische Zentralbank.

Schließlich ist Frankfurt aufgrund der Lage und Geschichte die wichtigste Handels-, Messe- und Bankenstadt Deutschlands – größter Verkehrsknotenpunkt zudem.

Da in der Innenstadt der Raum begrenzt ist, wuchsen die Gebäude mehr und mehr in die Höhe, rangen die Banken mittels ambitionierter Architekten um Ansehen und Dominanz. Mainhattan entstand, die einzige deutsche Skyline und europaweit eine von nur vier durch Wolkenkratzer geprägte.

Skyline Frankfurt

Und nochmals die traumhafte Skyline in der Übersicht:

Wenn Sie in der Galerie aufs Bild klicken, holen Sie sich die Skyline näher heran.

Bevor wir uns den einzelnen Gebäuden zuwenden, hier eine weitere Sicht auf die Skyline. Der kurze Videoclip dieser Ballonfahrt entstand anlässlich des Wolkenkratzer-Festivals 2007.

Eigentlich dachte ich mal, wenn ich die wichtigsten Straßen in Frankfurt und in groben Zügen die Geschichte der Stadt kenne, würde ich die Stadt selbst KENNEN. Das war, bevor wir die Skyline beschriften wollten und uns die Wolkenkratzer im Einzelnen ansahen.

Jetzt bin ich auf dem Weg sagen zu können, wie die einzelnen Türme heißen und wo genau sie stehen – ich habe das Gefühl, Frankfurt sehr viel besser zu kennen.

Die Beschreibungen ergeben sich aus Irrungen und Wirrungen, derer wir schließlich doch Herr geworden sind …

Wenn Sie also mal selbst eine Entdeckungstour machen wollen, könnten Ihnen unsere Bilder aus der Perspektive des Fußgängers in Verbindung mit den folgenden Übersichtskarten durchaus helfen.

Übersichtskarte Frankfurter Hochhäuser:


Übersicht Skyline:

Kartengrundlage: Auszug aus dem Faltblatt „Hochhäuser In Frankfurt“ Stand 2011,  © Stadtplanungsamt Frankfurt am Main.
Kartengrundlage: Auszug aus dem Faltblatt „Hochhäuser In Frankfurt“ Stand 2011, © Stadtplanungsamt Frankfurt am Main.

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(Rot unterlegte Zahlen betreffen Gebäude, die sich in der Planung oder im Bau befinden)

Commerzbank-Tower Frnakfurt
Commerzbank-Tower (1997)

(1) Deutschlands höchster Wolkenkratzer. Gut zu erkennen an seinem schmalen hohen Turm auf dem Turm und der noch darüberstehenden rot-weißen Antenne. Nachts strahlt der Turm oben in gelbem Licht.

Höhe: 259 m

Übersichtskarte


Messeturm
Messeturm (1990)


(2) Mit dem benachbarten Eingang City quasi das Portal zur Frankfurter Messe.

Obschon längst nicht mehr das höchste Gebäude Europas, besticht es immer noch durch seine Form. 

Höhe: 257 m


Westend Tower Frankfurt
Westend Tower
(4) Der Westendtower (erinnert an Frankfurt als Krönungsstadt)  ist mit seiner halben Krone sehr markant. Auch hier gehören noch mehrere Häuserteile dazu. Vor einem steht ein Kunstwerk, das ich hier mal humorig ›Schlips‹ nenne (s. folgende Galerie.)

Höhe: 208 m

Übersichtskarte


Main Tower Frankfurt
Main Tower (1999)

(5) Das einzige für die Öffentlichkeit zugängliche Hochhaus.  Auf dem blau-gläsernen Turm befindet sich zentral eine rot-weiße Antenne. Der Hessische Rundfunk produziert hier Radio- und Fernsehsendungen.

Höhe: 200 m

Übersichtskarte


Tower 185 Frankfurt
Tower 185 (2011)

(6) Der Tower 185 steht in einer Reihe mit Messeturm, Kastor und Pollux an der Friedrich-Ebert-Anlage nahe der Matthäuskirche, mit einem hufeisenförmigen niedrigen Vorbau; zwei sandfarbene Türme, verbunden mit einem runden Mittelteil.

Höhe: 200 m


Trianon Frankfurt
Trianon (1993)

(9) Das Trianon (mit dem roten Dekabank-Schriftzug) ist auch unverkennbar durch das wie ein Sonnensegel wirkende Dach und befindet sich neben der Deutschen Bank.

Höhe: 186 m

Übersichtskarte


EZB Frankfurt
EZB Frankfurt (2014)

(10) Neubau der Europäischen Zentralbank.

Auch wenn das Gebäude auf unserem Skyline-Übersichtsbild nicht zu entdecken ist, da es sich im Osten Frankfurts befindet, kann man es von fast überall aus der Stadt sehen.

Höhe: 185 m


Opernturm
Opernturm (2009)

(11) Die gelbbeige Steinverkleidung erinnert an den Tower 185. Kein Zufall, denn beide stammen vom selben Architekten.
Höhe: 170 m

Übersichtskarte


Taunusturm Frankfurt
Taunusturm (2014)

(12) Der Taunusturm an der Taunusanlage, ein sehr weißes Gebäude mit einem auffallenden abgeschrägten Dach, besteht aus mehreren unterschiedlich hohen Teilen. Im Haus befindet sich ein Teil des Museums für Moderne Kunst MKK. Der Eingang befindet sich, anders als bei allen anderen Häusern, Richtung Wallanlage.

Höhe: 170 m

Übersichtskarte


Silberturm  Frankfurt
Silberturm (1978)

(13) Im Westend. Unverkennbar metallic-silbern, kompakt wirkend, mit abgerundeten Ecken und ›DB‹-Emblemen.

Höhe: 166 m

Übersichtskarte


Westend Gate Frankfurt Marriott Hotel
Westend Gate (1976)

(14) Gegenüber der Messe. War in den 70er Jahren Deutschlands höchstes Gebäude. Neben Büros befindet sich darin auch das Marriott Hotel .

Höhe: 159 m


Deutsche Bank I+II
Deutsche Bank I+II (1984)

(16) Die Zwillingstürme der Deutschen Bank kennen Sie sicher. Schauen Sie ruhig mal hinein und gucken sich die öffentlich zugänglichen Installationen an.

Und gehen Sie spaßeshalber auf die andere Straßenseite zur Anlage. Dort befindet sich, im Boden eingearbeitet, das Pfennigdenkmal.

Höhe: 155 m

Übersichtskarte


Skyper Frankfurt
Skyper (2004)

 

(17) Der Skyper hat eine nach innen gebogene Seite parallel zur runden Außenseite, was man aus der Ferne allerdings nicht immer erkennt. Er steht in einer Reihe mit Gallileo und Silberturm.

Höhe: 154 m

Übersichtskarte


Eurotower Frankfurt
Eurotower (1977)
(18) Der Eurotower (ehemaliger Sitz der EZB) – nicht zu verwechseln mit Eurotheum! – steht oberhalb der U-Bahnhaltestelle Willy-Brand-Platz (Theaterplatz) und war deshalb als Umsteige-Knotenpunkt bekannt, natürlich nicht unter diesem Namen. Durch das Eurozeichen vor dem Haus kennt ihn nun eigentlich die ganze Welt. In die Jahre gekommen, wird er zurzeit renoviert. Der Eurotower besteht aus 2 silbernen Türmen und steht unweit des Mains, also sehr südlich.

Höhe: 148 m

Übersichtskarte


City Haus I Frankfurt
City Haus I (1974)

(19) Ehemals Selmi-Hochhaus. Der Großbrand hier im Jahr 1973 war Anstoß zum modernen Brandschutz für Hochbauten deutschlandweit.

Höhe: 143 m


Franfurter Büro-Center (FBC)
(FBC) Franfurter Büro-Center (1980)

(20) In der Skyline der vorgenannten Häuser ist oftmals noch das Frankfurter Büro-Center (FBC) von der Mainzer Ldstr. zu erkennen.Es befindet sich in der Nachbarschaft zum Trianon, ist aber eher unscheinbar und schmal.

Höhe: 142 m

Übersichtskarte


Gallileo Frankfurt
Gallileo (2003)

(21) Das  mehrtürmige Ensemble mit dunklerem blau wirkenden Glas und Commerzbank-Emblem befindet sich westlich von Gallusanlage/Taunustor.

Höhe: 136 m

Übersichtskarte


Nextower
Nextower (2009)

(22) Mitten in der Stadt, wo einst das Fernmeldehochhaus und das Rundschauhaus standen, steht jetzt wieder  das Palais Thurn und Taxis; zudem der Büroturm Nextower und das Jumeirah Hotel als Teile des Palais Quartiers.

Höhe: 136 m


Pollux Frankfurt
Pollux (1997)

(23) Ein eher bauchiges Gebäude nahe seinem »kleineren Bruder« Kastor (s.w.u.) neben der Messe. Beide –  in der Mythologie Zwillingsbrüder, der eine aber ursprünglich sterblich, der andere nicht – gehören eigentlich zu einem Gebäudekomplex und sind in der Skyline nicht so leicht zu entdecken.

Höhe: 130 m


garden Tower Frankfurt
Garden Tower (1976)

(24) Eher unscheinbar, dicht am Maintower stehend; besteht aus drei unterschiedlich hohen Türmen,

grau–Fensterfront–grau.

Höhe: 127 m

Übersichtskarte




Messe Torhaus (1984)

(Bild in Kürze)



(25) Teil des Messegeländes und Sitz der Messeverwaltung.

Höhe: 116 m


Japan Center Frankfurt
Japan Center (1996)

(26) Das Japan-Center ist durch seine rote Farbe und eine Art Bespannung an goldenen Nieten entlang sowie dem pagodenähnlichen überstehenden Dach unverkennbar. Es steht neben dem Taunusturm an der Wallanlage.

Höhe: 115 m

Übersichtskarte


Eurotheum Frankfurt
Eurotheum (1999)

(29) Als eleganter gläsern weißer Turm mit rundem Eckturm ist das Eurotheum der kleine Nachbar des Maintowers.

Höhe: 110 m

Übersichtskarte


Büro Center Nibelungenplatz Frankfurt
Büro Center Nibelungenplatz (1966)

Das Büro-Center-Nibelungenplatz befindet sich im Nordend am Alleenring und ist nicht Teil der Skyline-Ansicht. Dennoch interessant: Das ehem. Shell-Hochhaus ist Drehort für die bekannte Krimi-Serie »Ein Fall für Zwei«.

Höhe: 110 m


Neue Mainzer Straße 32-36
Neue Mainzer Straße 32-36 (1973)

(32) Zwischen Taunusturm und Commerzbank von West nach Ost stehen zwei braungraue schmale Gebäude. Neue Mainzer Straße 32-36 ist in der Skyline oftmals schwer auszumachen.

Höhe: 109 m

Übersichtskarte


Westhafen Tower
Westhafen Tower (2003)

 

Im Westhafen steht ein Hochhaus, dass die Frankfurter das »Gerippte« nennen, denn es sieht wie ein Apfelweinglas aus.

Höhe: 100 m


Jumeirah Frankfurt
Jumeirah Frankfurt Hotel (2011)

(s. auch Nr. 22) Das Hotelgebäude, eingebunden in My Zeil, weist eine ähnliche Struktur auf wie der größere Nextower (links).

Höhe: 99m


Kastor Frankfurt
Kastor (1997)

(s. auch Nr. 23) Steht direkt neben der Messe, ein ganz schmales Gebäude.

Höhe: 95 m


Deutsche Bank Investment Banking Center
Deutsche Bank Investment Banking Center (1971)

(39) Einer der wenigen Bauten seiner Generation, die man nicht mit neuartiger Fassade aufgefrischt hat.

Höhe: 93 m

Übersichtskarte


Main Plaza Frankfurt
Main Plaza (2002)

(40 auf der Übersichtskarte) Das Main-Plaza (Hotel und Residenz) auf der Sachsenhäuser Seite wirkt auf mich wie ein modernes Pendant zum Kaiserdom mit seiner roten Backsteinfassade und den goldenen Spitzen, soll aber an amerikanische Hochhäuser der 1920er Jahre erinnern.

Höhe: 90 m


Bürohaus an der Alten Oper (Citybank-Hochhaus) Frankfurt
Bürohaus an der Alten Oper (1984)

(41) Der weiße Büroturm an der Alten Oper, vormals Citybank-Hochhaus genannt und erkennbar von oben am runden weißen Aufsatz, steht südöstlich der Alten Oper – nicht zu verwechseln mit dem Opernturm, der direkt am Reuterweg neben der Alten Oper steht. Ältere können sich sicher noch an das Zürichhochhaus erinnern, dessen Platz der Opernturm eingenommen hat.

Höhe: 89 m

Übersichtskarte


 

Bankgebäude Chase Bank

Taunusanlage 11

(1972)

 

 

(45) im Umbau befindlich

Höhe: 75 m 

Übersichtskarte


Bürogebäude K26
Bürogebäude K26 (2004)
 

(46) K26 = Kaiserstr. 26

markante rote Natursteinfassade

Höhe: 75 m

 

Übersichtskarte


Erkennen Sie die Gebäude?



Da der Main Tower der einzige Wolkenkratzer mit einer öffentlichen Aussichtsplattform ist und somit dem Besucher einen Rundumblick auf Frankfurt gewährt, ist die folgende Fotoserie diesem Gebäude gewidmet.



Die Bankenstadt hält sich den Spiegel vor

Spiegelung im Maritim Hotel Messe
Spiegelung im Maritim Hotel Messe

Seltsamerweise sind Spiegelbilder manchmal spannender als das Original. In den vielen Glastürmen spiegelt sich allerdings auch der Himmel, mit dem positiven Effekt – das werden sogar Hochhausgegner anerkennen müssen –, dass die Skyline nicht klobig wirkt, sondern aufgelockert und schön. Das heißt aber nicht, dass Hochhäuser, die keine Glaspaläste sind, nicht auch ihren Vorteil hätten. Sie können warm und wohnlich aussehen, z.B. der Tower 185, vor allem wenn die Fassadensteine freundlich wirken.

Aber, ich erwähnte es schon, es gibt Lichtverhältnisse, bei denen ein Foto der Glastürme nicht gut möglich ist: mit dem bloßen Auge sehr gut zu sehen, auf dem Foto jedoch plötzlich verschwunden! Eulenspiegelei? Ach nee, in Frankfurt muss das eher Adler-Spiegelei heißen.


Nicht nur ein grauer Himmel lässt Gebäude verschwinden. Auch weiße Wolken lassen den Fotografen hinterher nach vermeintlich Fotografiertem vergeblich suchen. Zudem könnte man manchmal meinen, man habe im Schwarz-Weiß-Modus fotografiert (s. folgende Galerie).

Deshalb unser Tipp: Am besten lässt sich die Skyline wegen der vielen Glasfassaden bei blauem Himmel einfangen.

Aus dem Frankfurt-Thriller »Härter als der Tod« :

in deren Spiegel, in Millionen Tonnen Stahl und Beton gefasst, die Antlitze der Wolkenkratzer einander begegneten. Reflexionen,

Teilnahmslos blickte Mark aus dem offenen Fenster seines Taxis hoch zu den gläsernen Türmen des Frankfurter Bankenviertels. Zu dieser Mittagsstunde boten die Hochhäuserfronten der Augustsonne eine gigantische Leinwand. Himmel und Wolken zogen darauf vorüber, als wären sie Teil der Glasfassaden,


beinahe so leer wie die Seelenlandschaft ihres Betrachters. Die Schönheit sah Mark nicht.


Spektakuläres Spiegelbild der Skyline im mehrtürmigen Ensemble des Gallileo: 

Gallileo Frankfurt