Grünes Frankfurt

Bild und Text: Renate Zalewski-Eckert

 

So manchem ist Frankfurt als ›Mainhatten‹ bekannt und möglicherweise sieht der ein oder andere gerade Hochhausschluchten vor sich, in die kaum Licht dringt.

Natürlich gibt es auch in Frankfurt zugige, graue Ecken, doch ein paar Schritte weiter findet sich immer wieder eine Grünanlage oder ein Park – und Wasser.

Jeden Fremden zieht es zunächst an den Main, der übrigens seinen längsten Weg bei Frankfurt schon hinter sich hat. Hier fließt er in heutiger Zeit in sehr geordneten Bahnen. Bei Hochwasser ist dies bekanntlich von Nachteil und so wird sich der Main bei Frankfurt in Zukunft wieder Wiesen zurückerobern dürfen – so weit sind wir jedoch noch nicht.



Am Eisernen Steg im Mittelpunkt der Stadt kann man sich für kurze oder längere Fahrten z.B. mit der ›Goethe‹ auf eine schöne Main-Tour begeben. Ein lohnendes Erlebnis.


Die Nidda

Die Nidda bei Höchst

 

Im Norden von Frankfurt fließt ein weiterer Fluss, klein und ohne Schifffahrt, aber ideal zum Radfahren am Ufer entlang, wenn Sie wollen, bis zur Mündung in den Main in Höchst.


 

Und durch Frankfurt fließen viele Bäche, die Sie aber nur selten sehen werden, es sei denn, Sie besuchen die Stadtteile am Rand der Stadt. Viele Straßennamen tragen in ihrem Namen ›Bach‹ oder ›Born‹, was für Quelle steht. Ein Beispiel ist die Braubachstraße. Der Braubach fließt drunter durch. Bei Betrachtung der vielen Bäche fällt Ihnen vielleicht auf, was mir selbst früher nie bewusst war: Frankfurt ist sehr hügelig.

 

Wir zeigen Ihnen nun einige der größeren

Grünflächen Frankfurts:

Der Anlagenring

Dazu können Sie einen bei uns geführten Rundgang abrufen, indem Sie

auf das Bild rechts klicken.


Der Rothschildpark


 

Er liegt im Stadtkern, westlich der Alten Oper. Die Familie Rothschild kam aus dem Haus „Zum roten Schild“ im Judenviertel von Frankfurt, das sich östlich des Doms an der heutigen Börnestraße, jenseits der Staufenmauer befand. Meyer Amsel von Rothschild war zunächst Rabbiner, dann lernte er bei Oppenheimer in Hannover Münzkunde und gründete erst eine Wechselstube, später eine Privatbank. Er rettete dem Kurfürsten von Hessen-Kassel in der Zeit Napoleons das Vermögen (5 Söhne erbten und vergrößerten das Vermögen).

Der Park wurde künstlich angelegt inklusiv der Turmruine. Es ist ein kleiner Park, ohne Schnörkel und doch ein Ruhepunkt.

Der Grüneburgpark


Ein Stück weiter westlich kommen Sie zum Grüneburgpark, der sehr viel größer und belebter ist, zumal sich daneben die Universität Frankfurt befindet. Die heutige Universität im ehem. IG-Farben-Haus liegt am sog. Affenstein.


Dazu gehörte ein Hofgut „Steinkaut“, das 1789 an Bankier Bethmann-Metzler verkauft wurde, der es „ Zur Grünen Burg“ nannte und u.a. von Goethes Mutter Baumwiesen dazu kaufte. Gäste des Hauses waren neben Aja Goethe, Bettina Brentano auch Goethe. Später wurde die Grüne Burg an die Familie Rothschild verkauft ,die 1835 die größte deutsche Meierei errichten wollte. Um 1880 entstand für Rothschilds letztlich durch Siesmeyer der große Park (an der Allee im Norden ließ Rothschild einen Wasser- und Aussichtsturm errichten, der noch heute steht).

 Vom Schlösschen sind nach dem Krieg nur zwei Pförtnerhäuschen und Ziervasen übrig, die neben eine Gedenkstehle dort stehen, wo das Palais stand.



Das heutige Parkcafé war das Gartenhäuschen des Schönhofs in Bockenheim aus dem Jahr 1820, das wegen eines Brückenbaus weichen musste. Dies ist wieder mal ein Beispiel für einen Frankfurter Umzug.


Im Park stehen heute zwei koreanische Tempel in einer hübschen Anlage mit Teich und passender Bepflanzung.

Ganz in der Nähe steht die Griechische orthodoxe Gemeinde des hl. Propheten Elias, klein aber fein mit goldenem Türmchen.

Tipp: Im Grüneburgpark gastiert im Sommer die ›Dramatische Bühne‹ als Freilufttheater.

Der Botanische Garten

 

Dieser Garten ist ein beschaulicher Ort, es gibt hier keine Feiern und Grillfeste. Dafür findet man seltene Pflanzen aus unterschiedlichsten Regionen, Bänke zum Ausruhen und Gärtner, die Auskünfte geben und auf dieses Kleinod aufpassen.



Herbstzeitlose

Im Gegensatz zum benachbarten Palmengarten ist hier der Eintritt frei.


 Ein besonderes Highlight ist die Falsche Calla, die Anfang April unglaublich schön ist mit ihren knallgelben Blättern, die man gerne mit Blüten verwechselt. Diese Pflanze ist an und in einem kleinen Bach zu finden.

Der Palmengarten

Ein Glanzstück Frankfurts ist der Palmengarten, eröffnet 1871. Besonders schön das dicht bepflanzte Palmenhaus direkt am Gesellschaftshaus (erst kürzlich renoviert).

An Wochenenden können Sie hier oft auf Brautpaare treffen.



 Der fisch- und schildkrötenreiche Bootsweiher mit künstlichem Wasserfall.


Viele Gewächshäuser mit Pflanzen

aus allen Regionen der Welt.



Und am hinteren Ende des Palmengartens liegt der bekannte Wasserspielplatz, der bei allen Kindern in Frankfurt so beliebt ist.


Demnächst wird hier auch Schmetterlingshaus zu finden sein, wie gerade angekündigt wurde.

Der Alleenring


In der Nähe des Mains im Osten Frankfurts beginnt der Alleenring mit der Habsburger Allee. Der Alleenring wird oft mit dem Anlagenring verwechselt und beschreibt ebenfalls eine Bebauungsgrenze von Frankfurt. Adickes, 1891 nach Miquel Oberbürgermeister von Frankfurt hat diese neue Ringstraße innitiert. Ein Teil des Rings unterhalb des Dornbuschs heißt nach diesen OB s. Bis zur Höhe Hauptfriedhof befindet sich auf dieser großen Ringstraße im Mittelstreifen eine richtige Grünanlage mit Spiel- und Bouleplätzen. Hier stand jedoch keine Stadtmauer.

Der Günthersburgpark



Nicht weit vom Alleenring entfernt befindet sich in der an der Burgstraße der Günthersburgpark. Hier stand die Bornburg , die später auch der Familien Rothschild gehörte. Jetzt gibt es hier keine Burg mehr, aber in dem großen Park gibt es einen schönen Wasserspielplatz und im Sommer gastiert das Stalburg Theater ohne Eintritt.


Der Bornheimer Wasserpark


In der Verlängerung des Parks findet man den Bornheimer Wasserpark; wieder ein sehr ruhiges Eckchen mit schöner Bepflanzung und sehenswerten Pumpwerksbauten. Der Park wurde schon 1873 eröffnet, hier fließt das Wasser aus dem Vogelsberg hindurch. Vielleicht kommen Sie zur Blüte der Schneebälle in den Park.

Im Park befindet sich seit 1880 bis heute ein Bienengarten. Der Park blieb im Krieg unversehrt. Sollten Sie Lust auf eine Kaffee haben, können Sie in einer Gärtnerei auch außerhalb des Parks eine Pause anlegen, vielleicht ein Stück Kuchen genießen,  inmitten der Verkaufsausstellung.

Am gegenüberliegenden Bornheimer Friedhof entlang führt der Wasserweg an Kleingärten entlang bis zur A 661.

Der Huthpark


Nun kommt man bald zum Huthpark. Ein sehr großer Park mit wunderschöner Wildblumenwiese und altem Baumbestand. In einem ehemaligen Toilettenhaus, das unter Denkmalschutz steht, befindet sich jetzt das Cafè Bergstation.

Der Lohrberg


Noch ein bisschen weiter, steil bergaufwärts, und man ist auf dem Lohrberg.

Der letzte Weinberg der Stadt Frankfurt mit einem tollen Ausblick

Auf dem Ast sitzt ein Grüngürteltier
Auf dem Ast sitzt ein Grüngürteltier

 

 

Gute Einkehrmöglichkeiten gibt's hier oben,

u.a. das Main-Äppel-Haus.

Wenn man Glück hat, kann man im Herbst bei der Weinernte zusehen.


Die HOHE STRASSE


Oberhalb und hinter dem östlichsten Stadtteil Frankfurts, Bergen, verläuft die

HOHE STRASSE.

Sie ist ein Teil des Jakobswegs.

(Stationen rechtes Schild)

Der Bethmannpark


In der Innenstadt unweit der Zeil, Nähe Gericht, befindet sich der Bethmannpark. Dieser Park bietet zu jeder Jahreszeit Blüten in Hülle und Fülle, man kann Schach spielen, der Sandkasten für die Kleinsten ist vergleichsweise sauber, denn der Park wird abends abgeschlossen und manchmal begegnet man Personal, das ein Auge auf alles hat (einen Beratungsgarten geöffnet Montag, Mittwoch und Freitag von 10.00 bis 12:00 Uhr gibt es auch). Besonders schön ist der Chinesische Garten von 1989 mit echten chinesischen Elementen erbaut. Zum Gedenken an das Massaker auf dem Tian'anmen-Platz 1989, heißt er ›Garten des Himmlischen Friedens‹.


Der Holzhausenpark


Die Familie Holzhausen, die seit 1245 urkundlich erwähnt wird, hat fast 70(!) mal den Frankfurter Bürgermeister gestellt. Die Holzhausensche Öde kam im 15.Jahrhundert in die Familie Holzhausen. Die heutige Wasserburg wurde 1727 errichtet.

1928 starb der letzte Holzhausen und vermachte das Schlösschen, die Gemälde ,Büchersammlung und das Familienarchiv der Stadt Frankfurt.

Im Schlösschen finden viele kulturelle Ereignisse statt, vor allem auch für Kinder, für die es im Park sehr schöne Spielplätze gibt. Wie groß das Grundstück mal gewesen ist, kann man erahnen, wenn man am Eingangstor am Oeder Weg steht. Von dort führt eine Allee direkt auf das Schlösschen zu.

Der Brentanopark


1808 kaufte Georg Brentano den Landsitz »Auf der Insel« und legte einen herrlichen Park an. Das Gartenhäuschen erinnert sehr an das Nebbiensche Gartenhaus im Anlagenring. Goethe hatte für den Vorgänger des Parks Pläne gezeichnet, das Häuschen gehörte nicht dazu, es kam später hinzu und zwar als Badehäuschen der Brentanos. Goethe wird eher nicht darin gewesen sein.

Brücken und Rosengarten sind noch heute erhalten. Ebenso ein wunderschöner alter Baumbestand. An der Nidda steht das Petrihaus, das Georg Brentano 1819 vom Bäcker Petri erwarb: ein Rückzugsort Brentanos und für literarische Kreise um Bettina von Arnim und Clemens Brentano.

(Zum Petrihaus hier klicken)

In der Nähe zur Rückseite des Brentano-Bades und der Rollschuhbahn im nördlichen Bereich einer kleinen Niddainsel kann man, wenn man Glück hat, wildlebende, zutrauliche Nutrias (Biberratten) beobachten. BITTE NICHT ANFASSEN!

Der Solmspark


Brentano- und Solmspark befinden sich fast auf einer Insel, umrandet von Nidda nordwestlich und Mühlgraben südöstlich. Der Solmspark, nur durch eine Straße vom Brentanopark getrennt, entstand 1879.

788 stand hier wohl schon eine Burg, 1250 jedenfalls wurde die Burg zur »Ganerbenburg«, d.h. es gab mehrere Mitbesitzer, die Anteile hielten. Die weitere Geschichte der Anteile und der Burg wird im Park ausführlich dargestellt. Die Burg wurde 1802 abgerissen und auf den Resten baute Graf Vollrath zu Solms-Rödelheim und Assenheim ein Schloss. Auch von diesem ist bis auf einen winzigen Rest nichts mehr da, aber die Burganlage wurde durch Pflasterung im Gras sichtbar gemacht. Ein sehr anschauliches Model ist im Park zu sehen. Das Schloss wurde im 2. Weltkrieg fast zerstört und 1955 ganz abgerissen. Das würde man heute vermutlich anders machen.

Bornheimer Hang


Der Bornheimer Hang liegt oberhalb einer stillgelegten Schleife des Mains und ist 1,5 km lang. Hier finden sich Schrebergärten, Kinderspielplätze, eine kleiner Trainingsparcour und viel Platz zum Sonnenbaden im sattgrünen Gras.

Ein Zweig des deutschen Jacobswegs führt hier an der Heilig-Kreuz-Kirche vorbei.

Einmal von hier kurz über die Straße (Saalburgallee/Ratsweg) und man gelangt in den Ostpark.

Der Ostpark


Der Park ist nach dem Volkspark Niddatal Frankfurts zweitgrößte Parkanlage. Sie beherbergt einen hübschen Weiher, einen interessanten alten Baumbestand, zahlreiche  Wasservogelarten und eine echt riesige Grünfläche.

Hafenpark

Weseler Werft

Hier kann man spazieren gehen, spielen und in der Sonne liegen. Auf der Weseler Werft und unter der Honsellbrücke gibt es Restaurationen.

Im Osten Frankfurts zu Fuße der EZB-Bank ist auf dem Gelände der Weseler Werft ein sehr großer Park am Main entstanden. Dazu die »Sportstadt«, ein Bereich mit unglaublich großzügigen Spiel- und Sportmöglichkeiten, z. B. für Skater oder Basketballer.



Fernblick von der Honsellbrücke
Fernblick von der Honsellbrücke

Der Blick auf den Main, Sachsenhausen und Oberrad, auf die Skyline und von der Honsellbrücke oder der neuen Osthafenbrücke aus bis zum Feldberg ist atemberaubend schön.

 

Osthafenbrücke und man entdeckt sogar den Goetheturm!

(Goetheturm s. »Frankfurt und seine Türme II«).

 

Die Begrünung des EZB-Geländes ist bemerkenswert. An der Hanauer Ldstr. wurden viele Kiefern und Ginkgos gepflanzt. Goethe hatte Marianne von Willemer, die er liebte, bei einem Besuch in der Gerbermühle (in Sichtweite der Bank) ein Ginkgoblatt mitgebracht und im Gedichtband »West-östlicher Diwan« dem Ginkgo ein Gedicht gewidmet und ihn berühmt gemacht. Vor dem Petrihaus am Brentanopark steht angeblich der Baum, der Goethe inspirierte.

 

Gingo biloba

Dieses Baumes Blatt, der von Osten
meinem Garten anvertraut,
gibt geheimen Sinn zu kosten,
wie's den Wissenden erbaut.

Ist es ein lebendig Wesen,
das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
dass man sie als eines kennt?

Solche Fragen zu erwidern
fand ich wohl den rechten Sinn.
Fühlst du nicht an meinen Liedern,
dass ich eins und doppelt bin?

(Johann Wolfgang von Goethe 1815)